MSA Verfahren 1, 2 und 3 im Vergleich
Kurze Antwort
Verfahren 1 bewertet das Messmittel allein: ein Normal wird 25 bis 50 Mal gemessen, daraus folgen Cg und Cgk (Ziel ≥ 1,33). Verfahren 2 bewertet das ganze Messsystem mit Bedienereinfluss: typisch 10 Teile, 2 bis 3 Prüfer und 2 bis 3 Wiederholungen, Ergebnis %GRR und ndc. Verfahren 3 ist der Sonderfall von Verfahren 2 für Messsysteme ohne Bedienereinfluss, zum Beispiel automatische Prüfstationen: typisch 25 Teile, je 2 Messungen. Verfahren 1 kommt zuerst, Verfahren 2 oder 3 danach.
Gegenüberstellung
| Merkmal | Verfahren 1 | Verfahren 2 | Verfahren 3 |
|---|---|---|---|
| Bewertet | Messmittel: Wiederholpräzision und systematische Abweichung | Messsystem mit Bedienereinfluss | Messsystem ohne Bedienereinfluss |
| Stichprobe | 1 Normal, 25 bis 50 Messungen | Typisch 10 Teile × 2 bis 3 Prüfer × 2 bis 3 Wiederholungen | Typisch 25 Teile × 2 Messungen |
| Kennwerte | Cg, Cgk, Bias mit t-Test | %GRR, %EV, %AV, ndc | %GRR (nur Wiederholpräzision), ndc |
| Grenzwerte | Cg und Cgk ≥ 1,33 | %GRR ≤ 10 % fähig, 10 bis 30 % bedingt, > 30 % nicht fähig | Wie Verfahren 2 |
| Typischer Einsatz | Abnahme neuer Messmittel, vor jeder weiteren Studie | Handmessmittel, Messvorrichtungen mit Bediener | Automatische Prüfstationen, Messmaschinen mit Beladeautomatik |
Reihenfolge
Zuerst die Auflösung prüfen (höchstens 5 % der Toleranz), dann Verfahren 1 am Normal. Erst wenn Cg und Cgk passen, lohnt sich Verfahren 2 oder 3 mit Serienteilen. Bei Bedarf folgen Linearität und Stabilität.
Verfahren 3 rechnen
Verfahren 3 wird wie eine Gage-R&R-Studie mit nur einem Prüfer ausgewertet: Der Reproduzierbarkeitsanteil entfällt, %GRR besteht nur aus der Wiederholpräzision. Im Gage-R&R-Rechner von QM Bench gibt man dafür einen Prüfer und zwei Wiederholungen ein.
Grenzwerte im Vertrag
Viele Kunden und Werknormen (zum Beispiel VDA Band 5 oder Werkshefte großer Zulieferer) haben eigene Grenzwerte und Mindestanzahlen. Maßgeblich ist immer die Vorgabe des Kunden.