FMEA nach AIAG-VDA: die 7 Schritte und die Aufgabenpriorität
Seit dem gemeinsamen AIAG-VDA-FMEA-Handbuch von 2019 arbeiten die meisten Automobilkunden mit einer einheitlichen Methode. Die wichtigste Änderung: Die Risikoprioritätszahl (RPZ) wird durch die Aufgabenpriorität (AP) ersetzt.
Die sieben Schritte
- 1 Planung und Vorbereitung: Umfang, Team, Termine.
- 2 Strukturanalyse: Prozess, Prozessschritte, Prozesselemente (4M: Mensch, Maschine, Material, Mitwelt).
- 3 Funktionsanalyse: was jeder Schritt leisten muss.
- 4 Fehleranalyse: Fehlerfolge, Fehlerart, Fehlerursache.
- 5 Risikoanalyse: Vermeidungs- und Entdeckungsmaßnahmen, Bewertung B, A, E und Aufgabenpriorität.
- 6 Optimierung: Maßnahmen mit Verantwortlichem und Termin, neue Bewertung.
- 7 Ergebnisdokumentation.
Aufgabenpriorität statt RPZ
Die RPZ multipliziert Bedeutung, Auftreten und Entdeckung. Dadurch können sehr unterschiedliche Risiken dieselbe Zahl haben. Die AP-Tabelle ordnet jede Kombination direkt als hoch, mittel oder niedrig ein und gewichtet die Bedeutung am stärksten. Bei Bedeutung 9 oder 10 ist fast immer eine Maßnahme nötig.
Verbindung zum Produktionslenkungsplan
Jede Vermeidungs- und Entdeckungsmaßnahme aus der PFMEA sollte im Produktionslenkungsplan mit Prüfmethode, Stichprobe und Frequenz erscheinen. Besondere Merkmale müssen sich auf eine Fehlerart in der FMEA zurückführen lassen.
Häufige Fehler
- Konstruktionsursachen in der Prozess-FMEA statt Prozessursachen.
- Entdeckung gut bewertet, weil „der Kunde es merkt“.
- FMEA erst erstellt, wenn die Linie schon steht.
- Kopierte Standard-FMEA ohne Bezug zum eigenen Prozess.
Häufige Fragen
Ist die RPZ noch erlaubt?
Viele Automobilkunden verlangen die Aufgabenpriorität nach AIAG-VDA. Außerhalb der Automobilindustrie ist die RPZ weiter verbreitet. Maßgeblich ist die Kundenvorgabe.
Was ist der Unterschied zwischen DFMEA und PFMEA?
Die DFMEA untersucht, wie das Produktdesign versagen kann. Die PFMEA untersucht, wie der Fertigungsprozess das Teil nicht zeichnungsgerecht herstellen kann.