5-Why-Analyse: Vorlage, Beispiel und Regeln für die Grundursache
Ľubomír Blažek
Teamleiter Prozessqualität, Automobilindustrie · aktualisiert 2026-11-06
Bei der 5-Why-Methode wird so lange nach dem Warum gefragt, bis eine Ursache erreicht ist, die sich dauerhaft abstellen lässt. Die Zahl fünf ist ein Richtwert: manchmal reichen drei, manchmal braucht es sieben Fragen.
Beispiel
| Warum? | Antwort |
|---|---|
| Warum ist das Gehäuse undicht? | Die Dichtung sitzt schief. |
| Warum sitzt sie schief? | Die Nut ist an einer Stelle zu flach. |
| Warum ist die Nut zu flach? | Der Fräser war verschlissen. |
| Warum war er verschlissen? | Die Standzeit ist nicht festgelegt. |
| Warum ist sie nicht festgelegt? | Bei der Prozessfreigabe wurde kein Werkzeugwechselintervall definiert. |
Zwei Ketten
In der Automobilindustrie verlangen Kunden zwei 5-Why-Ketten: warum der Fehler entstanden ist und warum er nicht entdeckt wurde. Oft kommt eine dritte dazu: warum das System den Fehler zugelassen hat.
Regeln
- Jede Antwort mit Fakten belegen, nicht vermuten.
- Rückwärts prüfen: „…, deshalb …“ muss von unten nach oben logisch lesbar sein.
- Nicht bei einer Person enden: „Mitarbeiter hat vergessen“ führt zur Frage, warum das System das Vergessen zulässt.
- Am Ende muss eine Maßnahme stehen, die die Ursache beseitigt.
Häufige Fragen
Muss man genau fünfmal fragen?
Nein. Gefragt wird, bis eine abstellbare Grundursache erreicht ist.
Gibt es eine 5-Why-Vorlage?
Ja: das kostenlose 5-Why-Werkzeug auf QM Bench mit Ketten für Entstehung und Nichtentdeckung und PDF-Export.