Maschinenfähigkeit (Cm, Cmk) berechnen
Ľubomír Blažek
Teamleiter Prozessqualität, Automobilindustrie · aktualisiert 2026-11-06
Die Maschinenfähigkeit zeigt, ob eine Maschine unter idealen Bedingungen ein Merkmal sicher innerhalb der Toleranz fertigt. Sie wird meist bei der Maschinenabnahme mit etwa 50 nacheinander gefertigten Teilen untersucht.
Formeln
- Cm = (OSG − USG) / (6 · s)
- Cmk = min(OSG − x̄, x̄ − USG) / (3 · s)
- Übliche Forderung: Cm ≥ 2,0 und Cmk ≥ 1,67; manche Kunden rechnen mit 8 s und 4 s statt 6 s und 3 s.
Rechenbeispiel
Toleranz 20,00 ± 0,05 mm, 50 Teile, Mittelwert 20,01 mm, s = 0,006 mm. Cm = 0,10 / 0,036 = 2,78. Cmk = (20,05 − 20,01) / 0,018 = 2,22. Die Maschine ist fähig.
MFU, PFU und Langzeitfähigkeit
| Untersuchung | Kennwert | Umfang |
|---|---|---|
| Maschinenfähigkeit (MFU) | Cm, Cmk | ca. 50 Teile, kurze Zeit, ideale Bedingungen |
| Vorläufige Prozessfähigkeit (PFU) | Pp, Ppk | mind. 125 Werte aus dem Serienlauf |
| Langzeit-Prozessfähigkeit | Cp, Cpk | Werte über längere Zeit mit allen Einflüssen |
Häufige Fragen
Reicht eine gute Maschinenfähigkeit?
Nein. Sie zeigt nur die Maschine. Material, Werkzeugwechsel, Bediener und Umgebung kommen erst in der Prozessfähigkeit hinzu.
Was muss vorher geprüft werden?
Das Messsystem, mindestens mit Verfahren 1 (Cg, Cgk), sonst misst man die Streuung des Messmittels mit.